Natur vs. Kunstrasen
Diskussion in der Fachwelt über den besten Belagstyp
Bei Sportvereinen und in der Fachwelt sind seit einigen Jahren Diskussion entbrannt, welches der geeignete Belagstyp für den Breitensport Fußball ist: Kunstrasen oder Naturrasen? Eine Antwort auf diese Frage ist nicht abschließend zu geben. Aber es gibt Empfehlungen und Tendenzen. Die Veränderungen im Freizeitverhalten und der anhaltende Fußballboom, besonders im Kinder- und Jugendsport, führen bei vielen Vereinen zu Engpässen bei der so genannten „Rasenzeit“. Gleichzeitig wird aufgrund der Verletzungsgefahr immer seltener auf Hartplätzen, wie Tennen-, Sandbzw. Aschenplätzen, gespielt. Der Naturrasen ist das Original, an dem sich alle anderen Plätze messen lassen müssen. Er weist in einem sehr guten Pflegezustand die besten Spieleigenschaften auf. Gleichzeitig leidet der Platz bei Nässe, Eis oder Schnee.
Entsprechend der Bauweise, dem Alter und Zustand, der Pflege- und Regenerations-Maßnahmen, der Witterung und Jahreszeit sowie der Nutzungsart und -intensität verträgt ein Naturrasen zwischen 10 und 30 Spielstunden je Woche. Die Forderung der Sportvereine nach Kunstrasenplätzen, die in der ungünstigeren Jahreszeit eine höhere Nutzungsdauer zulassen und als Trainingsfl ächen zur Verfügung stehen, ist deshalb berechtigt. Der Kunstrasen sollte daher immer als Ersatz für einen Hartplatz gesehen werden und nicht als Vergleichsobjekt für den natürlichen Sportrasen.
Die Kosten für den Bau eines Naturrasenplatzes nach DIN liegen in bodennaher Bauweise mit Beregnung bei etwa einem Drittel der Kosten für einen Kunstrasenplatz. Wobei es hier je nach System und Anbieter große Unterschiede gibt.
Optimale Pflege und Regeneration des Naturrasens sind anspruchsvoll. Düngen, Mähen, Bewässern, Vertikutieren, Besanden, Nachsaat und Linierung sind regelmäßig durchzuführen. Aber auch beim Kunstrasen reichen Kehren und Lockern der Granulatfüllung sowie das Abblasen von Laub nicht aus. Die Aufarbeitung und Reinigung der Granulatfüllung muss ebenfalls berücksichtigt werden.
Der Neubau von Kunstrasenspielfeldern wird zunehmend populärer. Das ursprünglich hohe Verletzungsrisiko mit regelrechten Verbrennungen wurde durch technische Innovationen der Hersteller – vor allem durch den Einsatz von Granulat – abgebaut. Moderner Kunstrasen ist an der Basis mit Sand verfüllt, darüber liegt eine Schicht mit Kunststoffgranulat. Er wird mit Noppenschuhen bespielt und rückt immer näher an das Spielverhalten des Naturrasens heran.
Fazit
Naturrasenplatz:
- Optimale Spieleigenschaften bei richtigem Aufbau und guter Pflege
- Eingeschränkte Nutzungsdauer durch Witterung und Jahreszeit
- Entscheidend günstigere Baukosten
- Höherer Pflege- und Regenerationsaufwand
- Hohe Langlebigkeit bei guter Pflege
Kunstrasenplatz:
- Spielverhalten bereits ähnlich wie Naturrasen
- Höhere Nutzungsdauer zu allen Jahreszeiten
- Höhere Bau- und Sanierungskosten
- Geringerer Pflegeaufwand
- Haltbarkeit in der Regel 10 - 15 Jahre
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